Fragestellerin: Marlies Becker
Im Rahmen einer Kleinen Anfrage (KA/652/XXI) richtete Marlies Becker, Bezirksverordnete der AfD-Fraktion Neukölln, am 13. April 2026 folgende Anfrage an das Bezirksamt Neukölln:
- Wie viele Fälle von Kindeswohlgefährdungen mit Bezug zu sexualisierter Gewalt wurden im Jugendamt Neukölln in den Jahren 2023, 2024, 2025 und im laufenden Jahr 2026 registriert?
- In wie vielen dieser Fälle wurde durch das Jugendamt Neukölln eine Kindeswohlgefährdung festgestellt?
- Welche Maßnahmen wurden durch das Jugendamt Neukölln in diesen Fällen jeweils eingeleitet?
- Wie viele Stellen sind im Allgemeinen Sozialen Dienst des Jugendamtes Neukölln aktuell vorgesehen?
- Wie hoch ist die durchschnittliche Fallzahl je Vollzeitstelle im Allgemeinen Sozialen Dienst des Jugendamtes Neukölln?
- Welche vom Bezirksamt Neukölln finanzierten oder durchgeführten Präventionsangebote zur Verhinderung sexualisierter Gewalt gegen Minderjährige bestehen aktuell im Bezirk?
- Welche Beratungsangebote des Jugendamtes Neukölln stehen betroffenen Kindern, Jugendlichen und Familien aktuell zur Verfügung?
- Welche konkreten Maßnahmen hat das Bezirksamt Neukölln seit 2024 zur Verbesserung des Kinderschutzes im Bezirk umgesetzt?
Antwort des Bezirksamts Neukölln: KA/652/XXI vom 28.05.2026
Sehr geehrter Herr Vorsteher, sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Frau Becker,
das Bezirksamt beantwortet Ihre Kleine Anfrage wie folgt:

Zu 2.:
Siehe oben.
Zu 3.:
Die fallspezifischen Maßnahmen der jeweiligen Fälle können anhand der Datenübersicht im Fachverfahren nicht abgebildet werden. Grundsätzlich gibt es, wie auch bei anderen Gefährdungslagen, verschiedene Möglichkeiten, die nach kollegialer Beratung und in Verdachtsfällen sexualisierter Gewalt vorgesehener Fachkonferenz sowie nach Beratung der Kolleg*innen von Fachberatungsstellen wie folgt aussehen können:
Einbezug weiterer medizinischer Stellen (Kinderschutzambulanzen, Kinder- und Jugendge-sundheitsdienste, Kinder- und Jugendpsychiatrie etc.)
Inobhutnahmen gemäß § 42 SGB VIII
Erstellung eines individuellen Hilfe- und Schutzkonzeptes zur Gefahrenabwehr und Sicher-stellung des Kindeswohls
Hilfen zur Erziehung (ambulant, teilstationär, stationär) gemäß § 27 SGB VIII – § 34 SGB VIII
Hilfen zur Eingliederungshilfe für den Personenkreis gemäß § 35a SGB VIII (ambulant, teil-stationär, stationär)
Anrufung des FamG gemäß § 8a SGB VIII i.V.m. § 1666 BGB
Anbindung an Fachberatungsstellen
Zu 4.:
93 inklusive aller Leitungsstellen und –anteile, dabei hier nur RSD ohne Spezialdienste
Zu 5.:
69 mit Stand 31.05.2025
Zu 6.:
Neuköllnspezifisch hat das Jugendamt einen Leistungsvertrag mit dem Träger HILFE FÜR JUNGS e.V. für präventive Angebote gemäß § 11 SGB VIII.
Zu 7.:
Das Jugendamt Neukölln nutzt und verweist auf die Angebote des Netzwerk Kinderschutz in Berlin wie beispielsweise die Kinderschutzambulanzen, das Childhood Haus Berlin sowie Fachberatungsstellen wie Wildwasser e.V., Kind im Zentrum e.V., das Kinderschutzzentrum, Strohhalm e.V., die „berliner jungs“ sowie die Fachberatungs- und Koordinierungsstelle bei Handel mit und Ausbeutung von Minderjährigen.
Zu 8.:
Regelmäßige kollegiale Beratungen, Fallteams, Reflecting Teams in den jeweiligen Teams
bei Verdachtsfällen sexualisierter Gewalt Fachkonferenzen entsprechend Handlungsemp-fehlung/AV Kinderschutz Jug/Ges
Inhouse-Schulungen zu häuslicher Gewalt, Istanbul Konvention
Fallbesprechungen mit Kinderschutzkoordination; Teilnahme dieser am Qualifizierungs-lehrgang Fallanalysen
Neuköllner Falllabore als Instrument zur Qualitäts(weiter-)entwicklung im Kinderschutz
Interdisziplinäre Kinderschutzfachrunde
regelmäßige thematisch aufbereitete Netzwerktreffen Neuköllner IseFs (insofern erfahrene Fachkräfte) mit der Kinderschutzkoordination
Jour fixe Kinderschutz in Rotation mit KJGD und Vivantes Klinik Neukölln
Kooperations- AG zwischen Regionen und dem Kinderschutzteam sowie Weiterentwicklung Kinderschutzkonzept Kinderschutzteam
Inhouse-Schulungen mit spezialisierten Fachberatungsstellen für 2026 geplant (häusliche Gewalt, sexualisierte Gewalt, Ausbeutung von und Handel mit Minderjährigen)
Sarah Nagel, Bezirksstadträtin